Von König Leopold über Mobutu bis zu Präsident Kabila kam der Reichtum des früheren Zaire niemals den Kongolesen zugute. Im Gegenteil: Die Reichtümer des Landes waren immer integraler Bestandteil der Verarmungsmechanismen der Bevölkerungen. Trauriges Paradox: Reichtum wird zum Synonym für Fluch. Gemeinhin spricht man von der “Plünderung der Rohstoffe des Kongo”. Was bedeutet das? Seit wann wird geplündert? Wer plündert? Wie wird geplündert? Joseph Kabila reiht sich nahtlos ein in die Kriminalisierung des Staates. Es gibt kein Strafgesetz. Und solange sich im Kongo keine “Verwaltungskultur” entwickelt, werden die immensen Reichtümer nicht den Kongolesen zugute kommen. Mbuji-Mayi, Hauptstadt der Provinz Kasai: Eine Million Menschen leben hier, und sie könnten sehr gut leben, denn rings um die Stadt gibt es ergiebige Diamantenvorkommen. Doch eine Firma MIBA machte jahrzehntelang das Diamantengeschäft allein und bereicherte sich selbst am meisten. So leben die Einwohner von Mbuji-Mayi bis heute praktisch im Elend. Nun ist auch die MIBA mit ihren veralteten Abbaugerätschaften am Boden. Provinzgouverneur Dominique Kanku, der versucht, die Unstimmigkeiten verständlich zu machen, ist seit der Wahl von Präsident Kabila selber entmachtet: Er war ein Anhänger von Bemba, der bei den Präsidentschaftswahlen Kabila unterlag.