Anton Streidel arbeitet als einer der wenigen übrigen Kalkbrenner, die noch nach der alten Tradition brennen. Noch bis vor 100 Jahren gehörten die Kalköfen, die das ganze Jahr brannten, zum Landschaftsbild rund um den Kochelsee am Rand der Bayerischen Alpen. Heute wird am Hof der Streidels nur noch einmal Jährlich gebrannt. Ein ungeheurer Aufwand entsteht beim Kalkbrennen. Für jeden Brand muss der Brenner in Wochenlanger Arbeit ein Gewölbe aus Steinen aufschichten, was ein ungeheurer Aufwand für nur einen viertägigen Brand und einige wenige Tonnen Kalk zu sein scheint. Doch wenn der Ofen ersteinmal brennt, beginnt erst die eigentliche Strapaze. Alle 15 Minuten muss der Brenner Fichtenholz nachlegen um eine konstante Temperatur im Ofen zu halten. Doch einen Vorteil hat der Kalk, der auf diese Weise gebrannt wird. Er enthält keinen Schwefel und vergilbt daher nicht. Ein erstaunlicher Beruf, der Heute vermutlich keine Zukunft mehr hat.